Aus dem Leben eines Taugenichts, Teil 7: Villa Wendland

5 km Fahrrad fahren, dann gelangt der Mensch zur Villa Wendland. Ein dickbauchiges Haus mit knarrenden Eichendielen, urgemütlich und geschmackvoll eingerichtet. Es ist unwahrscheinlich zur kulturellen Landpartie hier ein Zimmer zu bekommen. Aber ich bin Boris von der Burg und das heisst, manchmal klopft das Glück so laut an meine Tür, dass ich es einfach nicht ignorieren kann. Für die nächsten 2 Tage ist ein Zimmer frei geworden, verkündet ein Zettel auf der Festival-Wiese. Nach 5 Übernachtungen unter den Sternen begebe ich mich in den Luxus einer prickelnd frischen Dusche, hüpfe ein wenig auf meinem Hotelbett rum, um dann mit ausgestreckten Armen und Beinen friedlich einzuschlummern. Auch hier habe ich bereits ein Konzert für den nächsten Tag vereinbart.
Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich absichtlich durch das Abitur gefallen bin. Die Schule des Lebens ist die einzig wahre Schule und sie belohnt mich jeden Tag, an dem ich für mich und andere gesungen habe mit einer positiven Atmosphäre und soviel Bargeld, dass ich nun gerne ins alternative Hotelbuisness investiere.
Das Merchandising hat sich auch gewandelt: Da ich meinen Rechner dabei habe und auch einige Leute einen USB-Stick, verkauf ich meine Songs auf diese Weise. Super, keine Verpackung, nur Musik.
Das letzte Stück Angst ist, glaube ich, in Pisa, Ende Februar von mir gefallen, als ich in 2 Tagen 250 Euro verdienen musste. Dort habe ich gelernt meine Lieder mit offenen Augen und einem Lächeln zu verbreiten, und das zahlt sich mit guter Laune und Geld doppelt aus. Kein Mensch brauch introvertierte Strassenmusiker, die bedeutungsschwanger auf den Boden gucken, sondern wir brauchen einen freien Willen, der uns Dinge tun lässt, die man nur gemeinsam schafft.
Meine Frequenzen bringen Bewegung und Ruhe sagt ein Zuhörer nach dem Konzert.
Wenn ich dafür da sein kann...
...mit Vergnügen !!!