Aus dem Leben eines Taugenichts, Teil 5: Kuschelfaust trifft Meuchelfitz

Meuchelfitz,13.Mai:
Von Prisser sind wir dann weiter geradelt. Paula vorne im Bastkörbchen mit wehenden Schlappohren voran, sieht aus wie Alf, der einen gallischen Flügelhelm auf hat. Kurz die Mützingenta gestreift, ein Riesen-Event, Kunsthandwerk-Verkaufsstände am laufenden Band und ein imposantes riesengrosses Blockhaus, welches ich bewundernd anschaue.
Ich liebe die Ortsnamen im Wendland, die da sind:
Grosswitzeetze, Dickfeitzen, Platenlaase, Marlin, Jameln, Middefeitz, Govelin, Salderatzen, Parpar, Jiggel, Lütenthien, Schutschur, Mammoissel und mein Liebligsname:
Tolstefanz.
Um 18 Uhr, nach einer selbstgemachten Soljanka und einem Bio-Weizenbier trudel ich in Meuchelfitz ein. Hier weht ein autonomer Wind im Gasthof Meuchelfitz, n bischen ruppig, aber herzlich, kenn ich ja. Auf meine Frage nach einem Platzkonzert bekomme ich die Uhrzeit 21.30 Uhr im Theaterzelt zugewiesen. Allerdings meinen die Veranstalter nach dem Theaterstück, ich sollte doch lieber woanders spielen. Jetzt würde eh keiner mehr ins Theaterzelt kommen.
Mmmh...was tun..., ich hatte mich ja bereits mit Krakelschrift auf dem Programm eingetragen.
Da sitzt eine Frau vor dem Zelteingang: Vero aus Wuppertal. Ich beschliesse mit ihr erstmal zu warten.
Und? Es ist bereits 22:15, ich spiele schon seit einer halben Stunde und das Zelt ist halbvoll mit ungefähr 60 Menschen.
Und ich singe in das grelle Spotlight und jedes Lied ist anders als gestern. Gestern war Kaffeekränzchen, heute ist ein fettes Konzert und am Ende nimmt mich noch ein hübsches Mädchen in den Arm und flüstert mir politisch korrekte Dinge ins Ohr.