Aus dem Leben eines Taugenichts, Teil 4: Käptn Sniff + Käptn Krümel live in Prisser

Lüneburg, 11.Mai:
In der Altstadt Musik gemacht, einen guten Batzen Geld verdient, kurz überlegt, ob ich die 55 km nach Dannenberg mit dem Fahrrad fahre, festgestellt, dass das Bahnticket nur 3,30 Euro kostet. Also schickte mich das Metronom ins Wendland. In die Pedale getreten, bis ich kurz vor Prisser an einer alten Kneipe mit dem Namen "Kupferkanne" vorbei fuhr. Nur eine alte Frau sass davor: Angela Ewers, 84, die Wirtin. Mit ihr habe ein Stündchen geklönt. Eine nette alte Dame, die vor 40 Jahren mit ihren 2 Kindern aus Berlin-Wilmersdorf kam, um diese Kneipe zu schmeissen. Geschichten von vermutlichen Geldwäschern, die denkmalgeschützte Wirtshäusern aufkaufen, bekomme ich zu hören: Spannend !
Nach einem kühlen Astra geht es weiter. Nach 5 km entdecke ich den 1. Hof, wo Veranstaltungen stattfinden. Ein Kinderflohmarkt, Skulpturen aus Wuzelholz, darunter eine Languste.
Ich darf den nächsten Tag musikalisch begleiten und es sind so liebe Menschen dort vor Ort, dass mir das Singen verdammt Spass macht. Offene Ohren und jede Menge positives Feedback und Käptn Krümel. Käptn Krümel ist 6 Jahre alt und Betreiber einer kleinen Baumschule, wo man Setzlinge verschiedener Art käuflich erwerben kann. Er trägt dazu die Leuchtturmwärter-Mütze seines Ur-Ur-Grossvaters. Er nennt mich von Anfang an Käptn Sniff. Der war einst der Kapitän der Titanic. Ausserdem hat er eine irische Rahmentrommel, auf der er gerne rumhaut.
So sind wir an diesem Tag ein Duo und wir grooven wie ein Traktor mit Fehlzündung. Immer wieder schick ich ihn mit dem Hut los, um Geld für uns einzusammeln. Er kriegt jedesmal 2 Euro dafür. Big Buisness in Prisser.
Ein guter Tag für den 1. Auftritt von Käptn Sniff und Käptn Krümel.